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Gemeindekonzeption

Gemeindekonzeption  

Grundlagen, Auftrag und Ziele für die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Igensdorf

Christus spricht: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker:
Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. (Matth.28,19-20)

Im Vertrauen auf die unsichtbare Gegenwart und Vollmacht
unseres auferstandenen Herrn Jesus Christus

wollen wir den Glauben an IHN gemeinsam leben,
im Hören auf das Wort Gottes im Glauben wachsen
den Glauben an IHN in Wort und Tat weitergeben,
und andere als Jünger Jesu gewinnen:
 

Gott zur Ehre!  

 
Artikel 1

Als Gemeinde Jesu Christi rechnen wir mit SEINER unsichtbaren Gegenwart als wahrer Gott, der als wahrer Mensch nach dem Zeugnis der Evangelien gelebt hat.
In Gottesdienst, Bibelkreisen und Gruppen,
aber auch im persönlichen Bibellesen und Gebet begegnet ER uns.

Das bedeutet für uns konkret:
Jesus Christus ist wahrer Gott: Seine leibliche Auferstehung ist für uns Tatsache. (1. Kor. 15,14-19)

Wir verlassen uns als Kirchengemeinde nicht auf vordergründige Faktoren von Angebot und Nachfrage (sagen und tun, „was ankommt“), noch auf „Marketing-Strategien“ oder auf „Publicity-Wirksamkeit“. Das schließt aber nicht aus, die Botschaft, die wir bezeugen, möglichst liebevoll, phantasievoll und ansprechend weiterzugeben.

Im Unterschied zu Vereinsleben, geselligen und gesellschaftlichen Veranstaltungen ist festzuhalten, daß unser Auftrag nicht immer dem entspricht, was die Leute gern hören oder was ihnen angenehm eingeht.

(Matth.28,20/ Petr.2,21/ Eph.4,25-26.32/ Hebr.10,24-25 / Lk. 12,32/ Joh.6,17/ Apg. 16,13f/ 
1. Kor. 3,11)

Artikel 2

Wir leben Gemeinde als Menschen,
die Christus aus ganzem Herzen nachfolgen
und gemeinsam stetes geistliches Wachstum anstreben.

Das bedeutet für uns konkret:
Regelmäßige geistliche Gemeinschaft der gesamten Gemeinde im Gottesdienst, biblische Lehre zur eigenen geistlichen Förderung, persönliches Bibelstudium und Gebet, bauen uns auf.

Als einzelne Christen und als Gemeinde wollen wir uns von Gott und seinem Wort durch verantwortungsbewußte Mitchristen in der Gemeinde in Frage stellen und korrigieren lassen.
(Apg. 2,42/ 1. Petr.2,21/ Eph.4,25-26.32/ Hebr.10,24-25)

Wir sind davon überzeugt, daß liebevolle Beziehungen und gelebte Vergebung jeden Aspekt des Gemeindelebens prägen sollen. Das schließt den aus Liebe motivierten Dienst, Teamarbeit und Beziehungspflege mit ein. (1. Kor. 13/ Joh.13,34-35)

Für alle Leitungsfunktionen ist eine Übereinstimmung von Privatleben und Dienst mit den Regeln der Heiligen Schrift wichtig.
(Pfarrer: 1.Tim.3,1-7/ Kindergartenleitung: 1.Kor.3, 9-11/ Kirchenvorsteher: 1.Tim.5,17-20)

Außerdem hat die Gemeinde ihren Verantwortungsträgern gegenüber nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, Lehre und Leben der Gemeindeleitung anhand der Maßstäbe der Heiligen Schrift zu prüfen und zu kritisieren.
Ziel darf nie Kritik um der Kritik willen sein, sondern das „einander in Liebe Zurechthelfen“ nach Galater 6,1.
Unverheiratetes Zusammenleben von Gemeindeverantwortlichen, wie auch praktizierte Homosexualität ist von der Heiligen Schrift her undenkbar (siehe Erklärung der KG Igensdorf vom 15.07.2002). Schweigendes Akzeptieren von Lebenspraxis, die von Gott abgelehnt wird, ist letztendlich lieblos, weil so die Beziehung zwischen Gott und diesen Menschen gestört bleibt. Wir bieten diesen Menschen Hilfe und Heilung an. Wenn dies unterbliebe, würden Orientierung suchende Menschen desorientiert oder gar verführt werden.
(1. Kor. 5,1-13/ 2. Kor. 11,4-15/ Gal.2,11-14/ 1. Kor. 6,8-20/ Römer 1,26f/ 1. Kor. 6,9 )

Artikel 3

Wir glauben, daß die einzige Richtschnur für alle Lehre und alles Leben
die Heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes ist,
die ihre Mitte in der Rechtfertigung des Sünders
allein aus Gnade durch den Glauben an Jesus Christus hat.

Das bedeutet für uns konkret:
Bei der Auslegung der Heiligen Schrift (Matth. 24,35) wissen wir uns den Bekenntnisschriften der evangelisch- lutherischen Kirche verpflichtet (besonders hingewiesen sei auf die folgenden: die Glaubensbekenntnisse von Nicea u. Konstantinopel (EG S. 1550 f.), Luthers Kleiner Katechismus (EG 1553ff), das Augsburger Bekenntnis (CA, EG 1564ff), und andere.

Die biblische Lehre bewirkt in der klaren Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium folgendes: Gott deckt durch sein Wort (in der Vollmacht des Heiligen Geistes) Sünde auf (Gesetz) und schafft Sehnsucht nach Vergebung. Durch die Vergebung entsteht die echte Freude des Evangeliums im Leben der Christen.

Es geht um die Botschaft vom heiligen Willen Gottes (10 Gebote und deren Erklärung in der Bergpredigt, Matthäus 5-7), der die Sünde richtet (Gesetz). Jeder Sünder, dem seine Schuld Leid tut (Buße, Reue), darf in der Beichte und dem Vergebungszuspruch die Gnade der Rettung durch Jesus Christus erfahren (Evangelium).

Im Heiligen Abendmahl erfahren wir die Vergewisserung der Rettung durch das Geheimnis der Gegenwart Jesu in Brot und Wein. (2. Mose 20,1-17/ Mark.1, 15/ Röm.3,20-24/ Jak.1,23-25/ Röm. 3, 28/ Eph.2,8-9.19-22/ 2. Tim. 3,16-17 Röm. 3, 28/ Eph.2,8-9.19-22/ 2. Tim. 3,16-17)

Artikel 4

Wir wissen uns durch Jesus Christus beauftragt,
missionarisch und diakonisch innerhalb und außerhalb der Gemeinde zu wirken.

Das bedeutet für uns konkret:
Unser Ziel ist es, Menschen die Liebe Jesu Christi zu bezeugen und sie für den Glauben an IHN zu gewinnen. (Markus 16, 16-28)

Wir sind überzeugt, daß die Gemeinde eine Gemeinschaft von Dienenden ist. Ihre von Gott gegebenen Gaben und Kräfte gebraucht sie zum Dienst für andere. Das schließt den persönlichen und gemeinsamen Einsatz in geistlichen und sozialdiakonischen Bereichen (gemäß Gottes Berufung) ein. (1. Petr.4,10/ Röm.12,4-8/ Apg. 6,2.5)

Wir sind überzeugt: Menschen, die Gott als Vater Jesu Christi noch nicht kennen, sind IHM wichtig; darum sind sie auch uns wichtig. Unser Auftrag ist persönliches Glaubenszeugnis und Evangelisation. Es gilt, das Evangelium von Jesus Christus Mitmenschen in ihrem Lebensbereich zu vermitteln. Dazu gehört auch die Unterstützung weltweiter Mission durch Gaben und Fürbitte. Ohne Jesus Christus, den Heiland und Sohn Gottes, gibt es keine Rettung. Deshalb sind wir auch Nichtchristen das Zeugnis von Jesus Christus schuldig. Weil es auf keinem anderen Weg Rettung von Sünde und Tod gibt, dürfen wir auch unseren jüdischen Mitmenschen - entgegen dem Beschluss der bayerischen Landessynode - das messianische Zeugnis von Jesus Christus nicht vorenthalten. (Joh.14,6: Jesus, Weg, Wahrheit, Leben... / Apg. 4,12: In keinem anderen ist das Heil.......)

Wir sind davon überzeugt, daß Christen Salz der Erde und Licht der Welt sind. In der Gesellschaft sollen sie die Gebote und Weisungen Gottes leben und bezeugen. Sie treten für Wahrheit und Wahrhaftigkeit ein. Sie stellen sich auf die Seite der Schwachen, Benachteiligten und Verfolgten. Das Gebet für alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft ist sehr wichtig. (Matth. 5,13-16/ Jer.29,7/ 1. Tim. 2,1-2)

Wir sind davon überzeugt, daß volle Hingabe an Jesus Christus und seine Sache zum Leben eines jeden Christen gehört. Besitz und Zeit sind uns von Gott als Leihgabe anvertraut. Er möchte, daß wir beides für das Reich Gottes zur Verfügung stellen. (Matth. 22,37/ Phil.2,1-11/ 2. Kor. 8)

Artikel 5

Wir suchen als Gemeinde in Gebet, Anbetung und Lobpreis Gottes Nähe
und verherrlichen so seinen Namen.

Das bedeutet für uns konkret:
Unser Gottesdienst, unsre Veranstaltungen und Gruppenstunden, sowie unser privates Leben sind von Gebet, Anbetung und Lobpreis Gottes bestimmt. (Epheser 1,11-12/ Psalm 98, 4-6/ Psalm 103/ Offenbarung 4,11; 14,7)

In unserer Kirchengemeinde finden regelmäßige Treffen der einzelnen Kinder- und Jugendgruppen statt.

Mitarbeiter unserer Gruppen können sich in ständigen, regelmäßigen Treffen austauschen, finden hier geistliche Zurüstung und methodische Anregung für ihre Arbeit.

Wir bieten in unserer Gemeinde christliche Literatur zum selbständigen Bibelstudium und Vertiefen des persönlichen Glaubens an.

Erstellt und beschlossen vom Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Igensdorf am 27. Januar 2004.

Ergänzt vom Kirchenvorstand am 17. Januar 2007.

Anhang: Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Pfarrerinnen und Pfarrer im Pfarrhaus

Die in Gesellschaft, Politik und Kirche zunehmend aggressiv  vorgetragene Forderung nach Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften lässt verhängnisvoll in den Hintergrund treten, dass homosexuelle Orientierung nicht der Ordnung der Bibel entspricht und dass es vielfältige Erfahrung von Heilung homosexueller Empfindungen gibt.

Segenshandlungen für sündhaftes Verhalten kommt für uns nicht in Frage! Sehr wohl aber wollen wir homosexuell empfindende Menschen in unserer Gemeinschaft ebenso wie jeden anderen unter Schuld und Last leidenden annehmen und begleiten.

Das bedeutet für uns konkret:
Gottes Nein zu homophiler Lebensweise und das Angebot zu Umkehr und heilender Seelsorge sollen in unserem Verantwortungsbereich nicht verschwiegen werden!
Segnungs- oder Traugottesdienste für Homosexuelle wird es bei uns nicht geben!
Personen, welche die homosexuelle Lebensweise propagieren oder praktizieren, können im Dienst unserer Kirchengemeinde weder haupt- , noch neben-, noch ehrenamtlich tätig werden!

Der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Igensdorf
Igensdorf, den 19. Januar 2011